Keine energetische Modernisierung ohne Gebäudeenergieberatung

Das Problem:
Der richtige Bedarf ist schwer einzuschätzen

gebgo_gih_siegel
Neben steigenden Ansprüchen an den Wohnkomfort spielen in den Modernisierungsüberlegungen künftige Energiekosten eine immer wichtigere Rolle. Denn was vor Jahrzehnten zur Zeit des Hausbaus modern und gut war, ist heute veraltet und vor allem unwirtschaftlich.

Deshalb muss bei der Planung von Modernisierungs- oder Erweiterungsmaßnahmen dem energetischen Aspekt eine hohe Priorität eingeräumt werden. Doch wie erkennt man den richtigen Bedarf?

Ein Heizungsfachmann definiert die Heizung als Schwachpunkt und bietet sofort eine hochmoderne Anlage an.

Ein Tischler weiß, dass nur neue Fenster beim Energiesparen helfen.

Und der Dachdecker schlägt als Problemlösung ein neues Dach mit hochwertiger Wärmedämmung vor.

Alle genannten Sanierungsvorschläge haben ihre Berechtigung, jedoch sollte immer beides gesehen werden, die Gebäudehülle und die Anlagentechnik.  Was für das konkrete Objekt jedoch richtig ist, sollte durch einen unabhängig und neutralen Gebäudeenergieberater ermittelt werden.

Worauf kommt es an?

Eine Einschätzung aus neutraler Sicht kann der Energieberater leisten. Er untersucht das Objekt in der Gesamtheit aller Gebäudeteile und energetischen Belange. Nur mit einer objektiven Gesamtbewertung können die wirklichen Schwachstellen erkannt werden. Daraus entwickelt der Energieberater ein wirtschaftliches Sanierungskonzept mit einer Prioritätenliste.

Das ist zu beachten:
Systematische Untersuchung des Ist-Zustandes als Basis

Der Energieberater untersucht die Immobilie systematisch. Vorhandene Bestandsunterlagen können dabei die Recherche des Energieberaters unterstützen. Auch thermographische Aufnahmen des Hauses können helfen, um dem Zustand von Fensteranschlüssen, schlecht wärmegedämmten Mauern oder nicht winddichten Dächern auf die Spur zu kommen. Auf der Grundlage der ermittelten Qualität der Bauteile und technischen Systeme wird zunächst der Ist-Zustand festgehalten. Daraus wird der Energiebedarf errechnet. Das Ergebnis ist ein bedarfsabhängiger Energieausweis, der als Grundlage für ein Modernisierungskonzept dient.
Anhand dieser Berechnungen können mit einem entsprechenden Computerprogramm alle möglichen Varianten der Modernisierung (Gebäudehülle und Anlagentechnik) berechnet werden.

Achtung:
Keine Fehler einbauen

Auf Basis der konkreten Objektdaten kann man sofort erkennen, mit welchem Aufwand welche Einsparpotenziale zu erreichen sind. Bringt beispielsweise das Anbringen einer zusätzlichen Wärmedämmfassade hohe Einsparungen, sollten die Fenster dabei mit ausgetauscht werden oder ist vielleicht die Gebäudehülle so gut, dass nur die Erneuerung der Heizung sinnvoll ist?
Damit keine Fehler bei der Modernisierung eingebaut werden, beurteilt der Energieberater die Maßnahmen auch aus bauphysikalischer Sicht. So entstehen nicht selten nach der Erneuerung Probleme durch Tauwasser und Schimmelpilz, weil nicht beachtet wurde, dass sich bei einer Teilmodernisierung – bspw. mit einer Innendämmung – der Taupunkt in der Außenwand nach innen verlagert hatte.

Wichtig zu wissen:
Alle Maßnahmen im Zusammenhang planen

Oft werden Einzelmaßnahmen nicht genügend im Zusammenhang gesehen. Wenn zwar in die Wärmedämmung der Fassade viel investiert wurde, aber vergessen wurde, den Sockel zu dämmen, sind weiterhin hohe Energieverluste die Folge. Oder es wurde im Fußboden ein Rohr für die Warmwasserversorgung nicht wärmegedämmt. Dass der Estrich damit unfreiwillig zur Fußbodenheizung wird, ist in Sommermonaten nicht wünschenswert.

Viel Wärme entweicht auch, wenn die Decke zum ungenutzten Dachboden mit einer einfachen Bodeneinschubtreppe nicht in die Dämmung einbezogen wird.
Solche und andere Schadensursachen lassen sich nur durch sorgfältige Untersuchungen des erfahrenen Energieberaters und gute Planungen verhindern.

Sinnvoll kombinierte und fachgerecht aufeinander abgestimmte Maßnahmen erhöhen das Potenzial für die Einsparung von Energiekosten. Eine umfassende Modernisierung erhöht den Wert Ihres Hauses. Sie können damit in einem Schritt meist sehr viel Energie und Kosten einsparen.
Wenn neben der Außenwand und den Fenstern auch gleich das Dach modernisiert wird, braucht das Gerüst nur einmal aufgestellt zu werden.

GEBGO-Tipp von Dipl.-Ing. Günter Oldigs Gebäudeenergieberater:

Jeder Bauherr, der eine energetische Modernisierung ins Auge fasst und dabei ein effizientes energetisches Ergebnis anstrebt, sollte einen unabhängigen Fachmann für die energetische Analyse beauftragen. Dadurch erhalten Sie wichtige Hinweise, welche Arbeiten vordringlich sind und in welchen Schritten Sie die weitere Modernisierung realisieren und finanzieren können.

Generell lohnt es sich, vorausschauend zu planen und auch Arbeiten, die erst in ein paar Jahren fällig werden, in einem Gesamtkonzept einzubeziehen. Denn wer hier Kosten für Beratung, Untersuchung und sorgfältiges Planen am Anfang sparen will, zahlt hinterher oft ein Vielfaches drauf.

Gut geplant ans Ziel:
Der Modernisierungsfahrplan

1. Umfassende Analyse sorgt für Überblick, z.B. durch geförderte Vor-Ort-Beratung (BAFA)
2. Finanziellen Spielraum prüfen
3. Gute Planung spart Kosten
4. Mindestens drei Angebote einholen
5. Bauvertrag abschließen
6. Abnahme nur mit genauem Abnahmeprotokoll
7. Lassen Sie sich einweisen (z.B. in die neue Anlagentechnik)
8. Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Energieverbrauch

On September 30th, 2013, posted in: Allgemein by