Für Kaminöfen, Kachelöfen und Heizkamine tickt seit März 2010 die Uhr

Im Zuge der neuen Kleinfeuerungsanlagen-Verordnung (1.BImSchV) endet 2013 die Nachweisfrist zur Einhaltung von Emissionsgrenzwerten

So mancher Besitzer eines Kaminofens, Kachelofens oder Heizkamins fragt sich zu Recht, ob sein altes „Schätzchen“ noch den aktuellen gesetzlichen Anforderungen genügt, seit die neue Kleinfeuerungsanlagen-Verordnung (1.BImSchV) in Kraft getreten ist. Denn seit März 2010 gilt: Nur ein Gerät, das die Emissionsgrenzwerte für Feinstaub und Kohlenmonoxid (CO) einhält, darf nach 2014 uneingeschränkt weiter betrieben werden. Darauf weist der HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V. hin, der die Hersteller moderner Feuerstätten vertritt.

Doch was bedeutet das genau? Zunächst gilt für jedes Gerät eine Nachweispflicht gegenüber dem Schornsteinfeger, dass die Emissionsgrenzwerte eingehalten werden.
Dies kann eine Herstellerbescheinigung sein, die der Ofenbesitzer entweder direkt beim Hersteller erhält oder in einer Online-Datenbank abrufen kann, die der HKI gemeinsam mit den Herstellern aufgebaut hat und die unter www.ratgeber-ofen.de abrufbar ist. Letzter Termin für diese Mitteilung ist der 31. Dezember 2013.

Von dieser Regelung nicht betroffen sind Feuerstätten, die vor 1950 errichtet wurden oder als alleinige Heizquelle einer Wohnung dienen. Ebenfalls davon ausgenommen sind Kachelgrundöfen, Speicheröfen, Badeöfen sowie gewerblich genutzte Herde und Backöfen.

Gestaffelte Fristen für Austausch oder Nachrüstung

Sollte für eines der übrigen Geräte eine solche Bescheinigung nicht vorliegen, ist eine Messung durch den Schornsteinfeger erforderlich. Dafür bleibt ebenfalls bis zum Jahresende 2013 Zeit.
Falls der Ofen die Grenzwerte dann nicht erfüllt, muss er mit einem Staubfilter nachgerüstet oder ausgetauscht werden. „Allerdings gibt es lange Übergangsfristen“, so Dipl.-Ing. Frank Kienle, Geschäftsführer des HKI, zu den Zielen der neuen Verordnung. „Diese Fristen richten sich nach dem Jahr der Typprüfung, die am Prüfkennzeichen abzulesen ist, das sich meist auf der Geräte-Rückseite befindet.“

Für Öfen, deren Typprüfung vor 1975 stattgefunden hat und die den Anforderungen nicht genügen, ist am 31. Dezember 2014 definitiv Schluss.
In den Jahren 2017 und 2020 enden die Fristen für Feuerungsanlagen der Jahrgänge bis 1984 bzw. 1994. Erst 2024 folgen dann jene, die vom 1. Januar 1995 bis zum 21. März 2010 in Betrieb gegangen sind.
Wenn eine Feuerstätte schon 30 oder 40 Jahre läuft, sollte über eine Modernisierung oder den Austausch ohnehin nachgedacht werden.
Die Verbrennungstechnik hat in der Zwischenzeit große Fortschritte erzielt: Denn nicht nur das Emissionsverhalten,
auch ihr Wirkungsgrad – und somit der Brennstoffverbrauch – haben sich seitdem deutlich verbessert.

 

Nachrüstung ist heute schon möglich

Die Nachrüstung ist bereits heute mit elektrostatischen Partikelabscheidern möglich.
Das Prinzip ist denkbar einfach: An die Abgasleitung wird ein Filtereinsatz mit Elektrode und Thermofühler montiert.
Die Elektrode wird über eine definierte Öffnung in das Zentrum des Abgasrohres geführt. Falls notwendig, wird über eine Zuleitung Spülluft eingeleitet. Die Elektrode ist über ein Kabel an eine Steuereinheit angeschlossen.
Sie schaltet bei entsprechender Abgastemperatur die Anlage ein und versorgt dann die Elektrode mit der für das System optimalen Hochspannung. Dadurch entstehen im Abgasstrom geladene Teilchen und Gasionen. Letztere lagern sich an die Feinstaubpartikel an und führen zu deren Aufladung. Die geladenen Teilchen werden durch elektrostatische Kräfte an die metallene Innenwand des Abgasrohres gedrängt und setzen sich dort fest.
Die sich so aufbauende Staubschicht kann dann vom Schornsteinfeger gereinigt werden.

Nach Angaben des Herstellers Rüegg Cheminée erreicht sein Partikelabscheider Zumikron Abscheidewirkungen von 50 bis 90 Prozent. Zumikron kann bei den meisten Kleinholzfeuerungsanlagen mit einem Leistungsbereich von bis 35 kW eingesetzt werden – vorausgesetzt der Rohrdurchmesser liegt zwischen 150 und 300 mm.
Und: Mindestens 1,5 m der Abgasleitung nach dem Partikelabscheider müssen aus Metall sein. Der Filtereinsatz muss auch in eingebautem Zustand zugänglich sein – gegebenenfalls über eine Revisionstür.
Gesicherte Spülluftversorgung ist bei einigen Modellen notwendig. Abgastemperaturen unter 400°C und sowie ein Stromanschluss von 230 Volt sind immer zwingend.
Derzeit liegt der Bruttolistenpreis für Zumikron nach Auskunft des Lizenznehmers Kutzner + Weber bei knapp 1.000 Euro.
Feinstaubfilter-Partikelabscheider KW-Zumikron Aufputz für Ofenrohre bis DN 300 mm mit Elektronikeinheit für Aufputz-Montage (Höhe 75 mm x Breite 210 mm x Tiefe 155 mm).
Feinstaubfilter-Partikelabscheider KW-Zumikron. Der erste Partikelabscheider für Kleinholz-Ofenfeuerungen für Öfen, offene oder geschlossene Feuerräume und holzbefeuerte Kesselanlagen. Förderfähig durch BAFA ( http://www.bafa.de)

Vorraussetzungen für den problemlosen Einbau.

Der Partikelabscheider kann als sekundäre Maßnahme in beinahe alle Holzfeuerungsanlagen integriert werden.
Es müssen folgende Voraussetzungen beim Einbau eines Zumikrons berücksichtigt werden:

• Mindestens 1,5 m der Abgasleitung nach dem Partikelabscheider müssen aus Metall sein
• Durchmesser des Abgasrohres 150 mm bis 300 mm
• Zugänglichkeit zum Filtereinsatz muss im eingebauten Zustand gewährleistet sein, d. h. bei Unterputzmontage
muss eine Revisionstüre von mindestens 30 x 30 cm vorgesehen werden
• Spülluftversorgung muss immer gewährleistet sein (5 m3/h)
• Abgastemperaturen kleiner als 400° C (kurzfristig bis 500° C)
• Feuerungsleistung bis 40 kW
• Stromanschluss 230 V

Quelle: www.ratgeber-ofen.de

On September 28th, 2013, posted in: Allgemein by