Luftdichtheitsmessung Gebäudehülle

Luftdichtheitsmessung nach DIN EN 13829

Luftdichtheit im Rahmen der EnEV 2009blowerdoor_1

Die Luftdichtheit von Gebäuden wird mit dem Differenzdruckverfahren bestimmt. Die Messung basiert auf der DIN EN 13829 „Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden“.
Die Messung der Luftdichtheit wird bei der Ermittlung des Jahresprimärenergiebedarfs nach EnEV positiv berücksichtigt.
Die energetischen Vorteile einer luftdichten Gebäudehülle werden durch eine Reduzierung des Lüftungswärme-verlustes von über 14% angerechnet, was eine Verminderung des Primärenergiebedarfs von 7% bis 10% entspricht und damit eine rechnerische Einsparung von etwa 5 bis 7 kWh/m²a erzielt werden kann.

Wir sind zertifiziert vom (Zert Bau e.V.-Berlin). Der Thermograf ist im Besitz der Qualifikation Level I gem. DIN EN 473.

Luftdichtheitsmessung ist ein Messverfahren zur Bestimmung der Luftdichtigkeit eines Gebäudes. Dabei wird mit Hilfe eines Ventilators eine Druckdifferenz von 50 Pascal zwischen Umgebung und dem Gebäudeinneren erzeugt. Dies entspricht etwa Windstärke 5. Dadurch strömt die Luft durch die Fugen und undichten Stellen am Gebäude.
Mit Hilfe eines Thermo-Anemometers (Luftgeschwindigkeitsmessers) werden die Leckagestellen geortet. In bestimmten Fällen kann die Messung durch den Einsatz eines Nebelgenerators oder einer Infrarot-Wärmebildkamera unterstützt werden.

Anforderungen an die Luftdichtheit

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Blower Door – Luftdichtheitsmessgerät
Bei der Luftdichtheitsmessung wird der Luftvolumenstrom bei 50 Pa Druckdifferenz bestimmt. Dividiert man diesen Wert durch das Gebäudevolumen, so erhält man den n50-Wert (Luftwechselrate). Er gibt an, wie oft die Luft im Gebäude pro Stunde ausgetauscht wird. Die DIN V 4108 Teil 7 begrenzt den n50-Wert auf 3 [1/h], für Gebäude mit Lüftungsanlage auf 1.5 [1/h].
Mit Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) wird die Luftdichtheitsmessung und somit der Nachweis der Gebäudedichtigkeit zum Standard. Wer die Luftdichtigkeit nicht nachweist, muss an anderen Stellen (Dämmung) mehr tun und darf Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung nicht einsetzen.
Für die Messung gibt die DIN EN 13829 strenge Kriterien vor, die wir durch unser zertifiziertes Messteam gewährleisten können.

Warum Luftdichtheit?

Durch Leckagen in der luftdichten Gebäudehülle strömt warme, feuchte Raumluft von innen in den kälteren Bereich der Baukonstruktion. Dort kondensiert der enthaltene Wasserdampf, da kalte Luft weniger Wasser aufnimmt als warme. Dies führt zu einer Durchfeuchtung der Wärme-Dämmung und der Konstruktion in diesem Bereich.
Die Folgen sind Schäden an der Baukonstruktion und Bildung von Schimmel und sonstigen gesundheitsschädlichen Pilzen.

Mögliche Undichtheiten an der Gebäudehülle


01 Rohrdurchdringung Dach (Sanitär, Lüftungsanlagen)
02 Dachflächenfenster / Anschlüsse
03 Sparren, Anschlüsse / Ortgang
04 Fensterblendrahmenanschlussfuge Mauerwerk
05 Fensterflügelrahmenanpressung auf Blendrahmen
06 Luftdichtigkeit der Außenwand
07 Nach Außen durchlaufende Durchdringungen
08 Boden- und umlaufende Dichtung Kellertür
09 Durchdringung von Sanitärrohren u. sonstg. Install.
10 Bodendichtung Tür
11 Außentür Blendrahmen Mauerwerk
12 Auflager von Holzbalkendecken
13 Anschluss Dämmstoff / Sparrenflanken
14 Einstiegsluke Spitzboden

 

 

Gründe für eine gute Luftdichtheit des Gebäudes
  • Eine dichte Gebäudehülle senkt den Energiebedarf deutlich, da die unkontrollierten Lüftungswärmeverluste minimiert werden.
  • Zusätzlich wird verhindert, daß warme feuchte Luft durch die kalten Ritzen nach außen strömt und dabei Kondenswasser in die Konstruktion eingetragen wird, was zu schweren Bauschäden führen kann.
  • Fehlstellen und Spalten wirken wie Wärmebrücken und verschlechtern die U-Werte erheblich.
  • Bei Gebäuden mit Lüftungsanlagen ist eine geringe Luftwechselzahl Vorraussetzung für einen hohen Wirkungsgrad der Anlage.
  • Ein dichtes Gebäude führt zu einem behaglichen Raumklima
  • Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen nach EnEV und der KfW-Förderkriterien für Energiespar- und Passivhäuser.

Zeitpunkt der Messung – Messverfahren „B“ nach DIN 13829

(das Gebäude entspricht noch nicht dem Nutzungszustand)

Der optimale Zeitpunkt der Luftdichtheits-Messung ist in der Rohbauphase nach dem Schließen der Luftdichtheitsebenen.
Bei der Unterdruckmessung werden mittel Anemometer Leckagen punktuell gesucht, qualitativ bewertet und die Ergebnisse protokolliert. In dieser Phase können kleinere Leckagen ohne großen Aufwand nachgedichtet werden.
Bei der Überdruckmessung können mittels Nebelgerät (Theaternebel) einzelne Gebäudeteile oder das gesamte Gebäude eingenebelt werden. Die Leckagen werden durch Rauchfahen sichtbar.

Zeitpunkt der Messung – Messverfahren „A“ nach DIN 13829

(Gebäude im Nutzungszustand)

Die Abnahme des Gebäudes nach EnEV- oder Passivhauskriterien erfolgt nach Fertigstellung aller Arbeiten im Nutzungszustand.
Der Abnahmemessung sollte immer eine Rohbaumessung vorausgehen, da die Nachbesserungen von Undichtigkeiten (Bauteilanschlüsse, haustechnische Anlagen, fehlende oder beschädigte Luftdirchheitsebenen …) im Nutzungszustand nur mit erhöhtem Aufwand durchgeführt werden können.
Durch unsere zertifizierte Messung mit Protokollierung erhalten Sie von uns eine rechtsverbindliche Abnahme, die die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen nach EnEV und der KfW-Förderkriterien für Energiepsar- und Passivhäuser nachweist.

Umfang der Messung Verfahren A / B

  • Ermittlung der Berechnungsgrundlagen (Außen- und Innenvolumen, beheizte Fläche)
  • Gebäudebegehung mit Überprüfung der Gebäudezustandes zur Messung
  • Unter- und Überdruckmessung
  • Auswertung der Messergebnisse
  • Protokollierung der Messung mit Messergebnissen nach DIN EN 13829
  • Ausstellung des Zertifikates zur Luftdichtheit
Alles gut gecheckt?

Luftdichtheitstest ist nicht gleich Luftdichtheitstest

Wohl jeder Häuslebauer hat den Begriff Luftdichtheitstest zumindest schon gehört. Und auch manch Altbaubesitzer kennt dieses wichtige Instrument zur Qualitätskontrolle von Häusern. Viele wissen allerdings nicht, dass es mehr als eine Art von Test der Luftdichtigkeit gibt. Daher sollte man genau klären, was man will oder auch braucht, bevor man ein Messteam damit beauftragt, die Luftdurchlässigkeit der eigenen vier Wände zu testen.
Für jene, die günstiges Baugeld von der KfW-Förderbank haben wollen, kann eine Dichtheitsprüfung im bezugsfertigen Eigenheim Vorschrift sein. Dabei wird vor allem geklärt, ob das Haus den von der Energieeinsparverordnung (EnEV) benannten Höchstwert für die sogenannte Luftwechselrate einhält.

Die DIN EN 13829 gibt vor, wie die Messteams vorgehen müssen und wie ein korrekter Prüfbericht auszusehen hat. Wem es um Schutz vor Baumängeln geht, dem rate ich zu einem ersten Luftdurchlässigkeitstest im Laufe der Bauphase. Auch hier ermittelt man zuerst überschlägig die Luftwechselrate. Zeigen sich Auffälligkeiten, kann man gezielt die Fehler suchen und zu diesem frühen Zeitpunkt meist einfach beheben.

Inzwischen setzen auch einzelne Bundes- Landes- und Kommunen-Liegenschaften auf einen zusätzlichen Qualitäts-Check und haben den baubegleitenden Luftdichtheitstest in ihre Förderbedingen aufgenommen.

Für Besitzer älterer Häuser ist häufig die reine Leckageortung interessant. Bei dieser Messung zeige ich dem Immobilienbesitzer, wo und durch welche Ritzen der kalte Wind pfeift und warme Heizungsluft unbemerkt nach draußen strömt. Kennt man die Schwachstellen, lassen sich geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen.

Also auch im Altbau lohnt sich der Luftdichtheitstest.