Mehrfamilienhaus (4 WE und 1 Ladenlokal) Schwerin
Das in 1865 erbaute Wohn- und Geschäftshaus wurde für einer zeitgemäße Nutzung hergestellt. Das Gebäude wurde in zweigeschossiger, traufständiger Fachwerkbauweise mit Teilunterkellerung und Satteldach erstellt. Dem straßenseitig vorhandenem Zwerchhaus wurde ein weiteres im Hofbereich ninzugefügt. Das mittig angeordnete Treppenhaus wurde beidseitig durch jeweils drei Fensterachsen in den Nutzungsbereichen eingerahmt. Die Fassadensanierung des Holzfachwerkes, sowie die Erneuerung aller Ausmauerungen wurden unter Verwendung der vorhandenen Ziegelsteine in reinem Kalkmörtel ausgeführt.
Der Aufbau der Außenwände (Straßen- und Hofseite) bestehen aus einem Fachwerk in Eiche (18x18 cm) und einer Ausmauerung der Gefache in Vollziegeln (12x25x6,5 cm). Die bisher innenliegend in Lehm gesetzten Ziegeldach-steine (Biberschwanzbruchstücke) dienten dem Schall- und Wärmeschutz.
Die Außenwände wurden mit einer Innendämmung i.M. 90 mm und WLG 078, mit CELLCO-Wärmedämmlehm B1 Kork in Eigenleistung eingebracht. Mindestens 80 mm Wärmedämmlehm der Wärmeleitgruppe 080 sind erforderlich, um einen akzeptablen U-Wert bei einer Innedämmung an "Fachwerkwänden" von ca. 0,6 bis 0,7 W/m²K zu erreichen.
Die Giebelseiten sind beidseitig bündig mit dem Nebengebäude verbunden. Der Wandaufbau besteht aus Nadelholzfachwerk und Ausfachung mit ungebrannten Lehmsteinen.
Der Deckenaufbau wurde als Holzbalkendecke ausgebildet. Die Deckenfüllung wurde in Lehmwickeleinschubtechnik ausgeführt. Aus Schall- und Brandschutzgründen verfügt der Fußbodenaufbau unterhalb der Holzdielung über eine 5 cm starke Feinsandschüttung.
Der Dachstuhl wurde in 45° geneigtem Kehlbalkensparrendach mit Sparrendächern über den Zwerchhäusern und zweier straßenseitiger Dachgauben.
Die Raumwärmeversorgung der Wohn- und Ladeneinheit erfolgte über Einzelöfen Baujahr 1975 in Festbrennstoff befeuerter Ausführung. Die neue Wärmeversorgung wird durch eine zentrale Gas-Brennwerttherme einschl. Zuluftversorgung sichergestellt. Das Gebäude erhält eine zweizügige Schornsteinanlage, mit einem wärmegedämmtem Zug für den Anschluss von max. drei Kaminöfen.
Der zweite Zug dient dem Betrieb der neuen Gas-Brennwerttherme.
| Das Projekt |
vorher |
nachher |
Mehrfamilienhaus (MFH)
Bauherr: Dipl.-Ing. Eckhard Karzenburg
Werderstraße 63 19055 Schwerin |
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| August 2004 |
Januar 2010 |
Wohneinheiten (WE)
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5 WE und 1 Ladenlokal |
4 WE und 1 Ladenlokal |
| Baujahr |
1865 |
Energetische Modernisierung 2006/09 |
| Gebäudenutzfläche ( AN) |
277 m² |
294 m² |
| Kompaktheit A/V |
0,48 m-1 |
0,49 m-1 |
| Dämmung Steildach |
Keine U = 2,87 W/m²K |
Steildachdämmung Isofloc-Zelluloseflocken i.M. 250 mm, WLG 040 Zwerchdächer und Dachgauben mit ISOVER-Klemmfilz 160 mm, WLG 035 U=0,15 und U=0,20 W/m²K |
| Dämmung obersten Geschossdecke |
Keine U = 1,66 W/m²K |
Keine, da Steildachdämmung bis First |
| Dämmung Außenwand |
Keine U = 1,75 W/m²K |
CELLCO-Wärmedämmlehm B1 Kork (K) i.M. 90 mm, WLG 078 U = 0,58 W/m²K |
| Dämmung erdber. Kellw. |
Keine U = 1,38 W/m²K |
Keine |
| Fenster |
Einfachverglasung UW = 5,2 W/m²K |
WSV-Straßenseite Schallschutz, Ug=1,6 WSV-Hofseite Ug= 1,1 W/m²K, Uw=1,3W/m²K |
| Kellerdecke |
Keine U = 1,54 W/m²K |
Wärmedämmplatten 100 mm, WLG 035 U = 0,28 W/m²K |
| Kellerfußboden |
U = 1,18 W/m²K |
Keine |
| Heizwärmebedarf |
65.590 kWh |
18.304 kWh |
| Endenergiebedarf |
382 kWh/m²a |
87 kWh/m²a |
| Primärenergiebedarf |
482 kWh/m²a |
100 kWh/m²a |
| Anlagenaufwandszahl (ep) |
1,93 |
1,34 |
| CO2-Emissionen |
176 kg/m²a |
23 kg/m²a |
| Heizung |
6 Kachelöfen (Braunkohle) 6 x 7,0 kW |
Junkers Brennwerttherme 3,0 bis 22,0 kW mod. |
| Warmwasser |
Elektr. WW-Bereitung Küche und Bad (dezentral)
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Brennwertherme 200 l BWW-Speicher (zentral) |
Lüftung
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Fensterlüftung
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Fensterlüftung und 1 Abluftventilator in Bad/WC (Feuchte- und zeitgesteuert)
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| KfW-Förderung |
keine |
keine Förderung! |
| Einsparung PE-Bedarf |
482 - 382 = 100 kWh/m²h entspr. 79,0 % |
Einsparung Jahres-Primärenergiebedarf „Gesamtenergieeffizienz“ |
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Eine weitere Qualitätssteigerung hinsichtlich der energetischen Verbesserung hat die innenliegende Außenwanddämmung (Produkt CELLCO-Wärmedämmlehm) dadurch erfahren, dass die aufgetretenden Trocknungsrisse nach Abnahme der Schalung, mit Hanf (getränkt in Lehm) gewissenhaft ausgestopft wurden.
Eine
örtliche Beratung hat zu dieser Verbesserung der innenliegenden Außenwanddämmung geführt.
Der Bauherr
Dipl.-Ing. Eckhard Karzenburg war zu diesem zeitlichen Mehraufwand bereit, zumal diese Verarbeitung des CELLCO-Wärmedämmlehmes insgesamt in "
Eigenleistung" erbracht worden ist.
Mit großem Engagement haben sich hierbei der Bauherr und sein Team
Gottfried Abraham, Gerd und Heiko Hillmer sowie
Jochen eingebracht.
Der Bauherr wird nach Abschluss aller Sanierungsmaßnahmen einen Blower-Door-Test durchführen lassen, um die Qualität seiner "Energetischen Modernisierungsmaßnahmen" zertifizieren zu lassen.